Schulprogramm Individuelle Förderung Tutorien
Tutorien -  Lehrer & Schüler helfen Schülern

Zweck der Tutorien

  • Ein Tutorium dient der Behebung von Lerndefiziten in den Kernfächern Deutsch, Englisch, Französisch und Mathematik:
    • Aufarbeitung von Wissens- und Fertigkeitslücken
    • Unterstützung im laufenden Lernprozess
  • Ein Tutorium dient der Erhöhung der Lernkompetenz:
    • Vermittlung von Fähigkeiten in der Defizitdiagnose
      • Untersuchung von korrigierten Klassenarbeiten
      • Untersuchung von Problemen bei der Erledigung von Hausaufgaben
    • Verbesserung der mündliche Mitarbeit
    • Vermittlung von Lernstrategien und -konzepten

Konzeptionelle Grundsätze

Ein Tutorium wird nicht überfachlich, sondern bezogen auf ein Fach und bezogen auf eine der Klassenstufen 6, 7, 8 oder 9 eingerichtet. Auf der Grundlage der aktuellen Bedarfs­einschätzungen kann das Angebot in Abstimmung mit den vier Fachkonferenzen (Deutsch, Englisch, Französisch, Mathematik) auf einen Teil der Stufen begrenzt werden. Beispiel:

2014/15
Deutsch
Englisch
Französisch
Mathematik
6
1
1

1
7
1
1
1
1
8
1
1
1
1
9


1
1


Ein Tutorium umfasst drei bis sechs „Tutanden“ („zu fördernde Schüler“). Für eine Teilnahme an den Tutorien ist eine Empfehlung des Fachlehrers erforderlich. Diese Empfehlung basiert auf Bobachtungen im Unterricht oder den Ergebnissen der schriftlichen Leistungsüberprüfungen.
Ein Schüler wird nur dann als regulärer Teilnehmer in die Fördermaßnahme aufgenommen, wenn er sich zu einer regelmäßigen Teilnahme und aktiven Mitarbeit verpflichtet. Sind genügend Kapazitäten vorhanden, kann es, das Einverständnis der Lehrkraft, die das Tutorium leitet, vorausgesetzt, auch Schülern erlaubt werden, ein Tutorium zwecks Behebung auftretender Probleme „spontan“ aufzusuchen. Die Erlaubnis zur spontanen Teilnahme muss spätestens am Vortage eingeholt werden.

ganztag.pngDa die Tutanden zwar aus derselben Stufe, aber aus verschiedenen Klassen stammen, können die Tutorien nur in den Ganztagsstunden liegen, die sich an den obligatorischen Unterricht anschließen („Grüner Bereich“).

Aus dem gleichen Grund setzt die Fördermaßnahme voraus, dass die Fachlehrer einer Stufe die im schulinternen Lehrplan festgelegten Themenbereiche in der gleichen zeitlichen Reihenfolge bearbeiten.

Obwohl der Förderunterricht thematisch die jeweils aktuelle Bedarfslage des Fachunterrichts berücksichtigt, darf er nicht als „Training für die nächste Klassenarbeit“ missverstanden werden. Sein Hauptzweck besteht vielmehr darin, die (möglicherweise aus vorangegangenen Schuljahren überkommenen) Grundlagendefizite zu beheben, die einen Erfolg des aktuellen Fachunterrichts gefährden.

Ein Tutorium wird für die Dauer eines Quartals eingerichtet.

Der Förderunterricht wird von einer Fachlehrkraft konzipiert, mit Material ausgestattet und in einer Lerngruppe durchgeführt, die nicht mehr als 6 Schüler umfassen sollte. Die Fachlehrkraft wird unterstützt durch Oberstufenschüler („Tutoren“), die im Förderunterricht der Fachlehrkraft assistieren, im Rahmen einer Binnendifferenzierung Teilgruppen betreuen oder eine Parallelgruppe mit einer durch den Förderlehrer vorgegebenen  Konzeption und Materialbasis unterrichten.

Aus Gründen der Qualitätssicherung werden Tutorien in der Regel nur dann in einem Fach in einer Stufe eingerichtet, wenn eine Fachlehrkraft mit einer Förderstunde in dieser Stufe eingesetzt ist, um selbst ein Tutorium abzuhalten und als Mentor die ihn unterstützenden Tutoren zu betreuen.

Alle Tutoren, die von der Fachlehrkraft in ihrem Unterricht oder in dazu parallelen Kursen eingesetzt werden, erhalten eine förderdidaktische Grundausbildung und fortlaufende Unterrichtsanleitung.

Ressourcen und Vergütung

In der Sitzung vom 27.10.2014 hat die Schulkonferenz beschlossen, der Schulleitung die Möglichkeit zugeben, bis zu 16 Förderstunden für die Organisation und Leitung von Tutorien durch Lehrkräfte in den Stufen 6, 7, 8, 9 einzusetzen.

Die Förderstunden werden nach Bedarf als Stundenanteile vergeben, wenn der Einsatz der Lehrkräfte nicht über ein komplettes Schulhalbjahr hinweg, sondern in mehrwöchigen Abschnitten erfolgt.

Die Arbeit der Tutoren wird gemäß den Vergütungsrichtlinien der Schule für Betreuungsaktivitäten im Ganztag honoriert.

Aufgabe der Lehrkräfte

Die Lehrkraft trifft für jede Förderstunde (wie für jede reguläre Unterrichtsstunde) die folgenden Festlegungen:
  • Themen der Stunde
  • Ziele der Stunde
  • Inhalte der Stunde
  • Materialeinsatz in der Stunde
tutorien.pngIst die Teilnehmerzahl der Fördermaßnahme (bezogen auf ein Fach in einer Stufe) nicht größer als 6, führt die Lehrkraft das Tutorium selbst durch. Überschreitet die Teilnehmerzahl diese Grenze, werden Schülertutoren in die Fördermaßnahmen einbezogen. Die von den Schülern geleiteten Tutorien sollen nicht mehr als 4 Teilnehmer umfassen.

Der Förderlehrer nimmt bezüglich der Schülertutoren die Funktion eines Mentors ein; die Schüler verstehen sich als Multiplikatoren und Assistenten der Lehrkraft. Folgende Aspekte verdeutlichen das Zusammenspiel:
  • Der Mentor informiert die Tutoren vor der Förderstunde über die getroffenen Entscheidungen hinsichtlich Themen, Ziele, Inhalte und Materialeinsatz.
  • Der Mentor leitet die Tutoren hinsichtlich der Umsetzung des Fördervorhabens an, indem er sinnvolle methodische Vorgehensweisen bezogen auf das bereit gestellte Material vorstellt und erläutert.
  • Der Mentor holt am Ende der Stunde von den Tutoren Rückmeldungen ein und erwägt gemeinsam mit ihnen Möglichkeiten der Fortsetzung der Fördermaßnahme.
  • Der Mentor trifft mit den Tutoren in diesem Abschlussgespräch auch Vereinbarungen zur Materialbeschaffung oder der fachlichen Vorbereitung auf die nächste Förderstunde.
  • Die Tutoren werden ermuntert, eigene Gedanken und Vorschläge in den Förderprozess einzubringen.

Organisation der Tutorien in Quartalszyklen

quartalszyklus.png

  1. Zu Beginn eines Quartals definieren die Fachlehrer zügig den Förderbedarf in der Datenbank «Zeugnis» durch Eintragungen in die Förderprofile der Schüler.
  2. Auf der Grundlage der Meldungen unternimmt der Koordinator der Tutorien eine Vorplanung.
    • Vorläufige Festlegung der Anzahl der Tutorien
    • Festlegung der Termine (Wochentag, Uhrzeit)
    • Rekrutierung und Zuordnung der Tutoren zu den Mentoren
  3. Der Koordinator verfasst die Lernverträge, die das Angebot an Tutorien ausweisen und übergibt diese den Klassenleitern.
  4. Die Klassenleiter nehmen kurze Rücksprache mit den Fachlehrern, klären die Teilnahmen an den Tutorien mit ihren Schülern ab und geben die unterzeichneten Lernverträge an den Koordinator zurück.
  5. Der Koordinator nimmt auf der Basis des Rücklaufs der Lernverträge die endgültige Organisation der Tutorien vor. Falls erforderlich, führt er eine organisatorische Einweisung oder allgemein-didaktische Qualifizierung der Schülertutoren durch.
  6. Die Tutoren (Fachlehrkräfte und Schülertutoren) führen die Tutorien durch und dokumentieren diese Durchführung in einem Kursheft.
  7. Nach dem Ablauf des Quartals bewerten die Tutoren den Erfolg der Fördermaßnahme in den Förderprofilen der Tutanden.
  8. Die Klassenleiter oder die Fachlehrer nutzen diese Bewertungen im Beratungsprozess mit Schülern und Eltern.

Beiträge der Tutorien zum Beratungsprozess


1
Das erste kurze Beratungsgespräch führt der Fachlehrer mit dem Schüler, nachdem er bei ihm Leistungsdefizite festgestellt hat. Das Gespräch hat folgende Ziele:
  • Verständigung über Stärken und Schwächen
  • Verdeutlichung der Eigenverantwortlichkeit für die Defizitbehebung
  • Motivierung zur Teilnahme an einem Tutorium
Nach dem Gespräch nimmt der Fachlehrer einen Eintrag im Förderprofil vor, falls eine Teilnahme an einem Tutorium sinnvoll erscheint.
2
Der Klassenlehrer berät auf der Grundlage des Vertragsformulars mit dem Schüler die Teilnahme an den angebotenen Tutorien.
  • Festlegung die Anzahl der Teilnahmen
  • Festlegung von Prioritäten
Nach dem Gespräch gibt der Klassenleiter das ausgefüllte Formular an den Koordinator.
3
Am Ende des Tutoriums führt der Tutor mit dem Schüler ein abschließendes Rückmeldegespräch über den Nutzen und Erfolg der Lernzeit mit den folgenden Zielen
  • Positive Verstärkung der Lernmotivation
  • Einholung von Rückmeldungen und Anregungen für zukünftige Tutorien
Nach dem Gespräch nimmt der Tutor die Bewertung des Erfolges im Förderprofil des Schülers vor.
4
Klassenleiter und Fachlehrer beraten Schüler oder Eltern am nächsten Sprechtag unter Bezugnahme auf das Förderprofil. Die Förderprofile werden zur Stammakte der Schüler genommen.

Materialien


Das kleine ABC des Tutors Diese Broschüre wird den Schülertutoren im Rahmen eines allgemein-pädagogischen Einführungsseminars ausgehändigt.
Elternbrief
Vor der Einrichtung der Tutorien erhalten alle Eltern eine Informationsschreiben über die Fördermaßnahme.
Lernvertrag
Beispiel eines Lernvertrages, der vom Koordinator nach der Bedarfsmeldung im Förderprofil an den Klassenleiter zwecks Beratung des Schülers übergeben wird.
Kursheft
In diesem Kursheft dokumentiert ein Tutor die Durchführung eines Tutoriums. Es dient unter anderem auch der Dokumentation der Anwesenheit der Tutanden und als Verwendungsnachweis für die Gewährung von Stundenentlastung oder Honorar.
Schülerbefragung 2012
Mit diesem Fragebogen wurde bei den Tutanden im Schuljahr 2011/12 eine Rückmeldung zur Durchführung der Tutorien eingeholt. Vor einer erneuten Verwendung wird dieser grundlegend überarbeitet.



Autorisation: Koordination „Tutorien“
Letzte Änderung: 29.10.2015